Absolute Rarität von großer corpshistorischer Relevanz!

Zusammengestellt von Philipp Moennig

 

Bleikristall Eckschliffseidel mit Sternschliff im Boden und abgesetztem Trinkrand, Zinndeckelmontage mit Adlerdrücker und Porzellandeckeleinlage.

Oberseitig vielfarbig emailliertes Familienwappen derer von Putkamer. (Anmerkung Redaktion:  spiegelverkehrt)

 

Innenliegende filigrane Widmung:

„J. v. Puttkamer Misniae Hasso-Borussiae s/m l. Granville Cole z. f. E. Freiburg 1877.“

 Jesko Albert Eugen von Puttkamer (geboren 2. Juli 1855 in Berlin; verstarb 23. Januar 1917 in Charlottenburg) war ein deutscher Kolonialbeamter, Gouverneur von Kamerun und Kaiserlicher Kommissar von Togo.

 

Jesko von Puttkamer entstammte dem pommerschen Adelsgeschlecht Puttkamer. Nach dem Besuch des Wilhelms-Gymnasiums in Berlin und der Friedrichsschule Gumbinnen in Ostpreußen studierte er Rechtswissenschaften in Straßburg, Leipzig, Freiburg i. Br., Breslau und Königsberg. Nach Ablegung des Referendarexamens schlug er 1881 die konsularische Laufbahn ein und wurde 1883 dem Kaiserlichen Konsulat in Chicago zugeteilt. 1884 wechselte Puttkamer zur weiteren Ausbildung ins Auswärtige Amt und wurde im Mai 1885 zum Kanzler von Kamerun und Stellvertreter des Gouverneurs Julius Freiherr von Soden (Corps Suevia Tübingen, Corps Bremensia Göttingen) ernannt. Im Juli 1887 wurde er interimistischer Kommissar für die deutsche Kolonie Togo (heute Togo bzw. Teilgebiet von Ghana), im August 1888 Konsul in Lagos und 1889 wieder Kaiserlicher Kommissar für Togo, ab 1893 mit dem Titel eines Landeshauptmanns. Als Nachfolger für Eugen von Zimmerer (Corps Bavaria Würzburg) übernahm er zum 1. Januar 1895 zunächst vertretungsweise die Geschäfte der Zentralverwaltung und wurde am 13. August 1895 zum Gouverneur von Kamerun ernannt. Puttkamers Amtszeit stand im Zeichen der expandierenden Pflanzungswirtschaft rund um den Kamerunberg, die er massiv förderte. Ebenso unterstützte er die im Reich kritisierte Vergabe von Konzessionen an die Gesellschaft Süd-Kamerun (GSK) und die Gesellschaft Nordwest-Kamerun (GNK) in den Jahren 1898/1899. Auf Puttkamers Initiative ging die Verlegung des Regierungssitzes von Douala nach dem gesünder gelegenen Buea am Kamerunberg (1901) zurück. Der von ihm dort errichtete Gouverneurspalast (sogenanntes

„Puttkamerschlößchen“) brachte ihm wegen seiner verschwenderischen Ausstattung heftige Kritik ein. In den Jahren 1898 bis 1903 wurde durch die Kaiserliche Schutztruppe die Okkupation des gesamten Schutzgebietes bis zum Tschadsee vollzogen, mit dem Krieg gegen den Emir von Adamawa und der Besetzung der Tschadseeländer durch den Kommandeur der Schutztruppe, Oberstleutnant Pavel, allerdings gegen Puttkamers ausdrückliche Befehle. War er in den ersten Jahren seiner Amtszeit durchaus noch ein Vertreter einer rigiden Eroberungspolitik, wie die Expeditionen gegen die Abo, Kpe und Bakoko (1894–1896) belegen, wandte er sich unter dem Eindruck zunehmender Probleme mit der Militärverwaltung im Hinterland und seines eigenen, offen ausgetragenen Konflikts mit dem Offizierskorps der Schutztruppe von der Idee der gewaltsamen Expansion ab und bemühte sich um eine nichtmilitärische Integration der indigenen Gesellschaften in den deutschen Hoheitsbereich. 

Wegen seiner umstrittenen Konzessionspolitik, vor allem aber wegen seines rigiden, autokratischen Herrschaftsstiles („Puttkamerei“), der u. a. 1906 zu einer Petition des Akwa-Klanes an den „allerdurchlauchtigsten allergnädigsten deutschen Reichstag Berlin“ führte, die auf die Missstände in Kamerun hinwies, geriet Puttkamer unter erheblichen öffentlichen Druck.

Unter anderem wurden der Kolonialverwaltung unter seiner Ägide willkürliche Enteignungen, Zwangsumsiedlungen und ein erhebliches Maß an Brutalität vorgeworfen. Die Verhängung drakonischer Gefängnisstrafen gegen die Unterzeichner der Petition führte schließlich zu einem politischen Skandal. Zentrum und Sozialdemokraten prangerten die Misswirtschaft Puttkamers an, woraufhin er zur Berichterstattung nach Berlin zurückbeordert wurde, was seiner Absetzung gleichkam. Die Absetzung Puttkamers basierte bezeichnenderweise nicht auf den obengenannten Vorwürfen, sondern auf einigen kleineren Affären, die er sich hatte zuschulden kommen lassen, wie etwa einer Passfälschung zugunsten einer Lebedame, mit der er näher bekannt war. 

Am 25. April 1907 begann vor der kaiserlichen Disziplinarkammer in Potsdam ein Prozess gegen Puttkamer wegen Passfälschung und Begünstigung. Er hatte seiner Geliebten, die er nach Kamerun mitgenommen hatte, einen falschen Reisepass unter dem Namen einer Freiin v. Eckardtstein ausgestellt; zum Zeitpunkt des Prozesses war die Frau mit einem Herrn von Germar verheiratet. In die Begünstigung in Form von Ehrenanteilscheinen soll u. a. die westafrikanische Pflanzungsgesellschaft „Viktoria“ verwickelt gewesen sein. Verteidiger Puttkamers in der von zahlreichen Zuschauern verfolgten Verhandlung war Justizrat Erich Sello. Das Verfahren endete mit einem Verweis sowie einer Verurteilung zu einer Geldstrafe von 1.000 ℳ (entspricht heute etwa 7.400 EUR). Kritiker Puttkamers, die im Reichstag das geflügelte Wort „Königreich Puttkamerun“ hatte aufkommen lassen, feierten das Urteil als Ende seiner kolonialen Laufbahn. In zweiter und letzter Instanz entschied der Disziplinarhof am 13. Januar 1908 „in Erwägung der wertvollen Dienste, die der Angeklagte dem Reiche in Afrika geleistet hat“, dass seine „Vergehen einer milden Betrachtung würdig“ seien, und hob die Geldstrafe auf. Frau von Germar kündigte im Juni 1907 an, die Presse und Jesko Puttkamer wegen Beleidigung gerichtlich zu belangen. 

Puttkamer, der am 9. Mai 1907 in den einstweiligen Ruhestand versetzt und einem Disziplinarverfahren unterzogen worden war, wurde 1908 pensioniert.

Im Jahr 1914, im Alter von 59 Jahren, heiratete Jesko von Puttkamer die mehr als 30 Jahre jüngere Elisabeth Passow. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor, der jedoch nach wenigen Monaten, im Juni 1915, verstarb. Puttkamer nahm sich 1917 das Leben. Es wird angenommen, dass der Verlust seines einzigen Sohnes der Grund war – Quelle: Wikipedia -Jesko von Puttkamer Wikipedia 

Anmerkung Redaktion (Wikipedia ist keine vertrauensvolle Quelle und beinhaltet Fehlerhafte Daten)

Puttkamer weder bei Misnia Leipzig noch Hasso-Borussia Freiburg in KCL 1910 noch 1960 geführt, dennoch sind die Schmisse in seinem Gesicht unverkennbar. Es dürfte sich bei dem Krug um eine echte corsphistorische Rarität handeln, die belegt, dass v. Puttkamer während seines ausgiebigen Studiums in 5 Universitätsstädten (Straßburg, Leipzig, Freiburg, Breslau und Königsberg) mindestens bei zwei Corps aktiv war. Das Corps Hasso-Borussia Freiburg wurde zwischen 1874 und 1876 von inaktiven Corpsstudenten anderer Hochschulorte (Straßburg, Leipzig, etc.) zunächst als Inaktivenverbindung (im Storchen Schwabentor) gestiftet, so dass davon auszugehen ist, dass v. Puttkamer womöglich sogar zu den Stiftern und ersten Chargierten (xxx) gehörte.

 

Auszug aus der Matrikel der Universität Freiburg vom Sommersemester 1876 (notiert „Leipzig“ als frühere Lehranstalt, stud. iur.): 

 

 

Granville Cole = Grenville Arthur James Cole - Grenville Arthur James Cole FRS,

FGS, MRIA (21. Oktober 1859 – 20. April 1924) war ein englischer Geologe. Ab 1890 war er Professor für Geologie und Mineralogie am Royal College of Science for Ireland, und ab 1905 wurde er der fünfte Direktor des Geological Survey of Ireland. 

Cole wurde in London geboren, und war der Sohn von John Jenkins Cole (1815–1897), einem Architekten, und Anna Maria Josephine Smith (ca. 1832–1903). 1917 wurde er zum Fellow der Royal Society gewählt. Er war von 1919 bis 1920 Präsident der Geographischen Vereinigung und wurde 1921 Präsident der Irischen Geographischen Vereinigung. 

Cole unterstützte Frauen bei ihren geologischen Studien, unter anderem indem sie zwischen 1886 und 1890 am Bedford College in London unterrichtete. Mabel Crawford MacDowall war eine von Coles Schülerinnen am Royal College of Science for Ireland. Sie heiratete William Bourke Wright, einen Geologen. Anschließend setzte sie ihr Talent im Geological Survey ein, indem sie Fossilien aus dem Leinster-Kohlefeld untersuchte und 1920 unter der Leitung von Cole eine Arbeit veröffentlichte (Herries Davis, 1995). Blanche Vernon war ebenfalls eine von Coles Schülerinnen. Schließlich heirateten Cole und Vernon, und sie fertigte schöne Zeichnungen seiner Dünnschnitt-Petrografie an, um seine veröffentlichten Arbeiten zu illustrieren (Wyse Jackson, 1989) (Quelle: Wikipedia).   

Grenville Cole - Wikipedia

 

Eichmarke 0,4 Liter. Höhe mit Drücker ca. XX cm. 

Zustand sehr gut mit altersgemäßen normalen Gebrauchsspuren, Kratzer am Boden, Zinnmontage hat ein wenig Spiel, ansonsten keinerlei Risse, Sprünge, Abplatzer o.ä., siehe Bilder.